Denkmalgerechte Instandsetzung und Umbau ehemaliges Zollhaus mit Lagergebäude

Am Packhof 1a in Schwerin

 

Jahr: 2017-2019

Nutzfläche: 1.500 m²

 

Das ehemalige Hauptzollamt wurde um 1868 auf dem Gelände eines Exerzierplatzes erbaut und ist in der Denkmalliste der Landeshauptstadt Schwerin geführt. Die Fassaden des 3-geschossigen Verwaltungsbaus sind gegliedert durch großformatige Fenster mit stuckverzierten Faschen und Bossenputz im Erdgeschoss. Zeitgleich mit dem Zollhaus wurde ein Lagergebäude errichtet, das über einen eingeschossigen Verbindungsbau an das Zollhaus angeschlossen war.  Die Außenwände des  Lagergebäudes sind im Gegensatz zum Zollhaus nicht verputzt sondern mauerwerkssichtig.

 

Seit den 1990erJahren standen die beiden Gebäude leer, so dass sie sich aufgrund mangelnder Instandhaltung extreme Bauschäden entwickelten. Es wurden umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich, wie die Teilerneuerung der Decken und Dächer, Behandlung der Holzschäden einschl. Schwammsanierung, die Wiederherstellung der Stuckfassaden und die Aufarbeitung des Sichtmauerwerkes.

 

Für die Realisierung der neuen Nutzung durch zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenzerkrankung sowie der Einrichtung eines Kinder- und Jugendnotdienstes war eine komplexe  Umbauplanung zu erstellen. Es wurden neue Treppenhäuser und ein Aufzug für die barrierefreie Erschließung eingefügt und ein neuer Eingangsbereich als Verbinder geschaffen. Großzügige Gemeinschaftsflächen und Flure bieten Bewegungsraum und unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten. Eine Besonderheit bildet die Belebung des historischen Gewölbekellers im ehemaligen Lagergebäude. Durch Einfügen eines breiten „Lichtgrabens“ wurde die Nutzung als Wohn- und Aufenthaltsbereich für die Bewohner ermöglicht.

 

Die Instandsetzung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt. Das Farbkonzept ist auf Grundlage der Ergebnisse der restauratorischen Farbuntersuchung entstanden.